Einmal im Jahr ist es wieder soweit, die wissensbegeisterten Pfadfinder aus dem Land Baden pilgern zur Landesschulungswoche und kommen zusammen um gemeinsam über sich selbst hinaus zu wachsen.
Dieses Jahr gab es etwas ganz Besonderes, denn wir haben unseren "Lehrgang für Gute Organisation im Land" (LEGO Land) komplett überarbeitet.
Aus dem Feedback und der Erfahrungen der letzten Jahre haben wir gelernt und bieten nun aktuelle, agile Projektmethoden an. Das Konzept läuft unter dem Namen #Scrum4Scouts.
Der Unterschied zu früher ist hauptsächlich, dass wir den Fokus viel mehr auf ermächtigte, selbstorganisierte Teams gerichtet haben.
In der Praxis bedeutet das: Wir haben die Teilnehmenden begleitet und angeleitet um ein Team zu werden, ein Ziel anhand einer Vision zu entwickeln, ihnen ein Rahmenwerk vermittelt (Scrum), wie Zusammenarbeit funktionieren kann und haben sie dann selbst laufen lassen.

“Paddle your own canoe.” - Baden Powell

Um die Arbeit bei unseren bestehenden und kommenden Stammesleitungen zu begleiten und ihnen Unterstützung zu bieten, hatten wir in der Vergangenheit einen Kurs, welcher die Pfadfinderinnen und Pfadfinder auf ihre Herausforderungen anhand einer sehr abgespeckten, klassischen Projektmethode vorbereitetet.
Ein Feedback welches wir oft bekommen haben: 
"Toller Kurs, viel Drumherum war sehr hilfreich, aber das mit dem Projektmanagement ist irgendwie für die Arbeit draußen im Stamm nicht realistisch. 
Wir machen keine Projektpläne und fixe Meilensteine, so arbeiten wir nicht und das ist künstlich und bringt uns nichts.”

Also haben wir aus dem Feedback gelernt und was Neues angeboten.
Dieses Jahr haben wir ihnen nun Scrum4Scouts an die Hand gegeben, welches schneller verstanden werden konnte und sofort umsetzbar war.
Schon nach zwei Tagen waren die Teilnehmenden ein Team, hatten eine Vision und eine Idee, was sie machen wollten.
Unser Kursziel war es den Teilnehmenden maximale Freiheit in dem zu bieten, was sie tun möchten.
Bisher führten wir einen Öffentlichkeitsstand in einer naheliegenden Stadt durch und reflektieren diesen, aber für dieses Jahr war uns das ein Dorn im Auge.
Wir wollten dem Team keinerlei Vorgaben machen und sie durften sich komplett selbständig ein Projekt aussuchen.
Und wir haben nicht schlecht gestaunt als uns Teamern verkündet wurde, dass dieses Jahr ein Podcast zum Thema “Das Wegwerfen unseres Planeten” produziert werden sollte.

Das war für uns ein Sprung aus der Komfortzone: Wie? Was? Podcast…? Ahhh…
Aber okay. Wir wollten uns inhaltlich nicht einmischen und so haben wir uns natürlich darauf eingelassen, ohne zu wissen, was passiert.
Das war die ultimative Probe, ob unser neues Konzept funktioniert oder nicht.

Und schnell hat sich herausgestellt: Ja es funktioniert! Und das auch noch besser, als das wir uns das jemals vorstellen konnten.
Wir haben das Team “nur” in den neuen Projektmethode begleitet und das Team ist selbständig gelaufen.

Wie wir das gemerkt haben? An Tag 3 haben uns die Teilnehmer aus dem Raum geschickt und gesagt: "Geht bitte, wir wollen in Ruhe arbeiten."
Sie wurden flügge, wie cool ist das?!

Je mehr Tage vergingen, desto weniger hat uns das Team gebraucht. Sie haben selbstständig gearbeitet und uns nur noch ab und zu um Hilfe gebeten. Und sie haben unsere Erwartungen übertroffen. Ein toller Podcast ist entstanden und wurde veröffentlicht. Der Titel des Podcasts: „Das Wegwerfen unseres Planeten“www.soundcloud.com/plan_los/nachhaltigkeit

Etwas, dass wir uns nie hätten vorstellen können. Aber es geht und es wurde umgesetzt! Hier merkt man, dass wir eine geniale Methode für die Pfadfinderarbeit gefunden haben, die sehr kompatibel ist und wir sind gespannt auf den nächsten LEGO Land auf der LSW 2019.

Ob wir schlussendlich einen wirklichen Beitrag im Land damit leisten konnten, das wissen wir noch nicht.

Der Lehrgang war super, ein tolles Projekt ist entstanden und nun liegt es auch an den Teilnehmenden, das Wissen und die Erfahrungen in den Stamm und in das Land hinaus zu tragen.

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